Fachgruppe Nadelstichverletzungen
Für einen «hieb- und stichfesten» Arbeitsschutz
Nadelstichverletzungen gelten als häufigster Arbeitsunfall im Schweizer Gesundheitswesen. So können via Blut gefährliche Infektionskrankheiten wie Hepatitis und HIV übertragen werden. Die gleichnamige Fachgruppe setzt sich gemeinsam mit Partnern für eine Verbesserung und schweizweit einheitliche Umsetzung des Arbeitsschutzes ein.
Bildquelle: Swiss Medtech
Bildquelle: Swiss Medtech

Verletzungen durch medizinische Instrumente wie Kanülen, Lanzetten, Skalpelle und Pen-Nadeln stellen für das Spital- und Pflegepersonal eine permanente Gefahr dar. So können damit v.a. über das Blut Infektionen durch Hepatitis- (B, C) oder HI-Viren übertragen werden, die zu unheilbaren Krankheiten führen und im Extremfall tödlich enden. Nadelstichverletzungen gelten laut der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit, EKAS, mit einem Anteil von 29 Prozent im Schweizer Gesundheitswesen deshalb sogar als häufigster Arbeitsunfall.

Zur Vermeidung von Verletzungen durch scharfe oder spitze Instrumente im Spital- und Gesundheitssektor waren die EU-Nachbarstaaten bis Mai 2013 zur Umsetzung einer entsprechenden Richtlinie verpflichtet. Diese Vereinbarung enthält u.a. Vorschriften zur Prävention wie zum Beispiel das Verbot von Re-Capping, ist aber für die Schweiz als Nicht-EU-Mitglied nicht rechtlich verbindlich.

EKAS-Richtlinie für die Schweiz beantragen

Hier setzt die Fachgruppe Nadelstichverletzungen unter der Leitung von Beatrice Kiener (Becton Dickinson) und Christoph Frick (Sarstedt Schweiz) an: Neben dem Einsatz sicherer Instrumente wie stichfester Nadelboxen machen sich die Mitglieder vor allem für die Integration übergreifender und nachhaltiger Arbeitsschutz-Standards nach dem Vorbild der entsprechenden EU-Richtlinie stark.

Ziel ist, die bereits bestehenden guten Schweizer Ansätze durch stringente, einheitliche und vor allem verbindliche Regelungen zu flankieren. Dazu veranstaltet die Fachgruppe Round Tables und Podien und hat gemeinsam mit dem vpod (Verband Personal öffentlicher Dienst) und dem SBK (Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und -männer) beantragt, den Erlass einer EKAS-Richtlinie und weiterer Verordnungsänderungen zu prüfen.

FRDE
Fachgruppe Informationen

Ziele

  • Den Arbeitsschutz bei Nadelstichverletzungen verbessern und schweizweit gemeinsam mit verschiedenen Stakeholder einheitlich umsetzen;
  • Mit einer Richtlinie der EKAS (Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit) übergreifende und nachhaltige Arbeitsschutz-Standards etablieren;
  • Den Einsatz sicherer Instrumente erhöhen.

Aktivitäten

  • Prüfung des Erlasses einer EKAS-Richtlinie gemeinsam mit Fachverbänden beantragt
  • Durchführen von Round Tables, Podien, Öffentlichkeitsarbeit

Organisation

  • 9 Mitglieder
  • Leitung: Beatrice Kiener (Becton Dickinson) und Christoph Frick (Sarstedt Schweiz)

Kontakt

Swiss Medtech - Geschäftsstelle