FASMED und Medical Cluster schliessen sich zu SWISS MEDTECH zusammen

Bern, 12. Juni 2017 – Die beiden grössten Organisationen der Schweizer Medizintechnik haben an ihren Mitgliederversammlungen vom 12. Juni 2017 die Fusion zu Swiss Medtech besiegelt. Indem FASMED und Medical Cluster ihre Aktivitäten zusammenführen, erhöht sich die Schlagkraft der für das Schweizer Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft wichtigen Medtech-Branche. Der neue Verband vertritt die Interessen von rund 600 Mitgliedern, 1350 Unternehmen und 54'500 Mitarbeitenden. Er engagiert sich für eine hochwertige, sichere und zeitnahe Patientenversorgung, für den Erhalt der Wettbewerbs- sowie Innovationskraft der Branche und für die Stärkung des Heimmarkts. Swiss Medtech-Geschäftsführer ist Peter Biedermann. Nationalrat Urs Gasche und Rubino Mordasini teilen sich das Präsidium im achtköpfigen Vorstand mit Vertretern aus Industrie, Medizin und Wissenschaft. In 20 Fachgruppen erarbeiten Experten aus den Mitgliedsfirmen Strategien, Lösungen und Stellungnahmen zu relevanten Branchenthemen. Ein Schlüsselvorhaben ist in den nächsten Jahren die Einführung der beiden neuen EU-Regulierungen MDR und IVDR und die damit verbundene enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Bundesbehörden .  

Seit einem Jahr bereiten sich beide Organisationen intensiv auf die Gründung von Swiss Medtech vor. Auch personell wurden die Kernbereiche verstärkt. Peter Biedermann, Geschäftsführer, und sein Stellvertreter, Jörg Baumann, General Counsel, leiten die Swiss Medtech-Geschäftsstelle. Sie werden von Peter Studer im Fachbereich «Legal, Compliance und Reimbursement» unterstützt. Der früher bei Swissmedic tätige Senior Expert Regulation leitet den Aufbau der MDR-/IVDR-Swiss-Implementation-Taskforce, die regelmässig informiert und Seminare veranstaltet. So wird die Einführung der beiden neuen EU-Regulierungen für Medizinprodukte (MDR) und In-vitro-Diagnostika (IVDR) die gesamte Medizintechnik in den nächsten Jahren stark beschäftigen. Ein weiteres Schlüsselvorhaben, in dem der Verband seine Mitglieder begleitet, ist die Umsetzung des Swiss Medtech-Kodexes. Darin definiert die Branche die Mindestanforderungen zum ethischen Geschäftsverhalten in der Zusammenarbeit mit medizinischen Fachpersonen und Einrichtungen.

Wachsender Regulierungs- und Kostendruck

Die wachsende Regulierungsflut, der steigende Kosten- und Preisdruck fordern die Medtech-Branche immer mehr. Ausserdem werden die bisherigen Schweizer Standortvorteile durch das schwierige Umfeld geschmälert: Neben der Frankenschwäche sind die Verzögerungen bei der Unternehmenssteuerreform, der sich verschärfende Fachkräftemangel und die notwendigen bilateralen Verhandlungen mit der EU Wettbewerbsnachteile für die exportorientierte Industrie. Dabei ist die fristgerechte Übernahme der beiden neuen EU-Regulierungen in die Schweizer Gesetzgebung eine wichtige Voraussetzung für den weiterhin freien Warenverkehr mit Europa.

Raschen Zugang zu Innovationen sichern

Hier setzt sich Swiss Medtech für die Sicherstellung des internationalen Handels und des Forschungsaustauschs ein. Weiter im Fokus steht der Abbau nutzloser Bürokratie, um den Patienten einen zeitnahen Zugang zu Innovationen zu gewährleisten. So kann es zehn Jahre bis zur Markteinführung und weitere fünf bis zur Vergütung neuer Therapien und Produkte durch die Krankenkassen dauern. Zu diesen für die Branche und das Gesundheitsweisen relevanten Themen steht der Verband im ständigen Dialog mit Partner-Organisationen, den Behörden, Bildungsinstitutionen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Mit 20 Fachgruppen engagiert sich der Verband für einen attraktiven Schweizer Medtech-Werk-, -Forschungs- und -Bildungsplatz sowie für eine hochwertige und sichere Gesundheitsversorgung: Dazu beteiligen sich Experten aus den Mitgliedsfirmen am Auf- und Ausbau von Implantate-Registern, erarbeiten patientenfreundliche Tarifsysteme, treiben zusammen mit den Spitälern das E-Business im Einkauf voran, entwickeln spezifische Aus- und Weiterbildungen und vermitteln Best Practices, beispielsweise zu Prozessoptimierungen.

Informieren, beraten, weiterausbilden und vernetzen

Swiss Medtech begleitet und berät seine Mitglieder in regulatorischen, rechtlichen und tariflichen Fragen und informiert regelmässig über die neusten, auch wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen. Weiter stellt der Verband gezielte Bildungsangebote, exportfördernde Dienstleistungen und unterstützende Massnahmen für das Unternehmertum bereit, veranstaltet Events und Fachtagungen wie den morgigen Swiss Medtech Day zusammen mit der Kommission für Technologie und Innovation, KTI, und baut schrittweise das nationale Medtech-Portal aus (www.swiss-medtech.ch). So wird die Branchenvernetzung weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Verbands bleiben.

Mit der SMTI-Branchenstudie liefert Swiss Medtech zusammen mit der Beratungsfirma Helbling wichtige Grundlagen und Analysen zur Schweizer Medizintechnik. Diese ist mit rund 1350 Unternehmen, 54'500 Mitarbeitenden, einem Umsatz von 14.1 Milliarden und BIP-Anteil von 2.2 Prozent sowie Exportvolumen von 10,6 Mia. CHF eine Schlüssel-Branche der Schweizer Wirtschaft.

Auskunftspersonen:

  • Peter Biedermann, Geschäftsführer Swiss Medtech, Tel.: +41 31 330 97 73
  • Jörg Baumann, General Counsel, stv. Geschäftsführer, Tel. +41 31 380 85 95

Die Kennzahlen der Schweizer Medizintechnik*

  • Rund 1‘350 Unternehmen (Hersteller, Zulieferer, Händler und Dienstleister) in der Schweiz
  • Rund 54‘500 Mitarbeitende
  • Mit einem Umsatz von rund CHF 14.1 Mrd. beträgt der Anteil am Schweizer BIP 2.2 Prozent
  • Schweizer Medtech-Hersteller investieren jährlich (je nach Grösse und Alter) bis zu 30% ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung;
  • Das Exportvolumen der Medtech-Branche beträgt rund CHF 10.6 Mrd.
  • Grösste Exportmärkte sind die USA mit CHF 2.6 Mrd. und Deutschland mit CHF 2.2 Mrd.;
  • Die Schweizer Medtech-Industrie trägt mit CHF 5.6 Mrd. rund 16% bzw. ein Sechstel zum Schweizer Handelsüberschuss bei.

*Die Zahlen basieren auf Schätzungen auf Grundlage der SMTI-Umfragewerte 2016 und beziehen sich auf das Jahr 2015.

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