Fachgruppe Implantate-Register SIRIS
Qualität kontrollieren und verbessern
Das vom Verband mitbegründete Schweizerische Implantate-Register SIRIS ist eine Datenbank für Langzeitresultate. Es soll auch als Indikator für Komplikationen und als Frühwarnsystem bei Implantat-Versagen dienen und so Ärzte, Spitäler sowie Hersteller bei der steten Optimierung der Produkte und Operationstechniken unterstützen.
Bildquelle: BVMed
Bildquelle: BVMed

In der Schweiz werden jährlich gegen 20'000 künstliche Hüftgelenke und 18'000 künstliche Kniegelenke in rund 150 Spitälern implantiert.

Um hier eine hohe medizinische Versorgungsqualität sicherzustellen, hat der Verband das Schweizerische Implantate-Register SIRIS mitbegründet. Dieses wurde nach jahrelanger Vorarbeit von den Implantat-Herstellern gemeinsam mit Leistungserbringern und -trägern im September 2012 eingeführt. Seither registrieren rund 150 Krankenhäuser sämtliche implantierte Knie- und Hüftgelenke. Seit Einführung wurden insgesamt rund 130'000 Hüft- und Knieprothesen (Primär- und Revisionsoperationen) erfasst. Davon entfallen gut 38’000 auf das Jahr 2015, was mehr als 95 Prozent der in diesem Zeitraum durchgeführten Implantationen entspricht.

Gemäss der Datenerhebung beträgt das mittlere Alter bei Implantation einer Hüftprothese 70 Jahre. Frauen sind öfter betroffen als Männer. Die häufigste Ursache ist eine Arthrose. Das Register liefert auch wichtige Hinweise zu Primär- und Revisions-Eingriffen. Damit wird transparent, wie lange es dauert, bis ein Implantat nach der Ersteinsetzung ausgewechselt werden muss.

Eine detaillierte Analyse der Langzeitdaten soll Rückschlüsse auf die Qualität der einzelnen Produkte und OP-Verfahren erlauben. Diese kann dann Ärzten und Spitälern dazu dienen, die Ursachen eventueller Komplikationen mit Implantaten frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Damit wird es Medizinern und Medtech-Firmen besser möglich sein, die Qualität der Produkte und Operationen stetig zu kontrollieren und zu verbessern.

Auf Kardiologie und Ophthalmologie ausweiten

Angesichts des Erfolges von SIRIS bei Grossgelenken wird eine Erweiterung des Registers um die Bereiche Wirbelsäule (siehe Fachgruppe Swiss Spine Register), Kardiologie und/oder Ophthalmologie (Augenheilkunde) erwogen. In Zukunft sollen damit alle Implantationen in der Kardiologie (u.a. Katheter, Herzklappen, Defibrillatoren, Herzgefässe) sowie implantierte Linsen im Register erfasst werden.

FRDE
Fachgruppe Informationen

Ziele

  • Quantität und Qualität der in Schweizer Spitälern eingesetzten Hüft- und Kniegelenke transparent machen
  • Erweiterung des Registers um weitere Bereiche der Implantationsmedizin
  • Stete Überwachung der Implantate und ihrer entsprechenden Anwendungen im Sinne eines Frühwarnsystems für Komplikationen und Versagen

Aktivitäten

  • Pflege, Ausbau sowie kontinuierliche Verbesserung der Datenerhebung und -nutzung
  • Integration der Produkte der Wirbelsäulenchirurgie ins Implantate-Register SIRIS
  • Erstellung der SIRIS-Jahresberichte (aktuell 2012 – 2015)

Kontakt

Swiss Medtech - Geschäftsstelle